SOLDaten G.m.b.H.s - Reprivatisierung des Krieges

Seit der ersten US-Aggression gegen den Irak 1990 unter Bush sen. sind wir weltweit mit immer mehr kriegerischen Auseinandersetzungen konfrontiert, die von den imperialistischen Mächten, allen voran den USA, geführt werden. Dabei ändert sich nicht nur die Waffentechnik, sondern auch die Zusammensetzung der bewaffneten Banden (gemeinhin „Armeen genannt).

Allgemeine Wehrpflicht

Eine Errungenschaft der bürgerlichen Revolution, namentlich der französischen, war die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Das bedeutet, jeder (männliche) Staatsbürger ist verpflichtet, für eine gewisse Zeit eine militärische Ausbildung über sich ergehen zu lassen. Im Kriegsfall werden diese Männer bis zu einem bestimmten Alter dann einberufen und bilden die Armee.

In der Antike und im Mittelalter galten noch andere Regeln. Kriegerische Auseinandersetzungen wurden meist mit relativ kleinen Truppen geführt. Söldner, d.h. Männer, die für Geld und nicht für „hehre Ziele wie „Vater‧lands‧verteidigung kämpften, waren fixer Bestandteil dieser Truppen. Üblicherweise wurden eroberte Städte zur Plünderung freigegeben, so sah der Sold für die Berufssoldaten aus.

Wenn auch klar ist, dass die allgemeine Wehrpflicht keineswegs mit einer Volksarmee oder Volksbewaffnung zu vergleichen ist, so ergeben sich aus ihr doch einige Vorteile für die Massen, die angesichts einer Klassengesellschaft Nachteile für die Herrschenden bedeuten. Jeder Krieg benötigt die Zustimmung breiter Bevölkerungsteile, ansonsten kann er nicht oder nicht lange geführt werden. Spanien ist dafür ein aktuelles Beispiel. Bereits vor dem 2. Krieg der Imperialisten gegen den Irak war die spanische Bevölkerung mehrheitlich gegen eine Beteiligung an dieser Aggression und hat das durch Massenmobilisierungen eindringlich gezeigt. Der Anschlag von Madrid (der unserer Einschätzung nach ein faschistisches Attentat gegen die arbeitende Bevölkerung darstellt) brachte schließlich den Sturz der Aznar-Regierung, und die neue, sozialdemokratische Regierung Zapatero sieht sich zur Zeit gezwungen, als Zugeständnis an die Massen die spanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen.

Berufssoldatentum

Die USA haben im Vietnamkrieg ebenfalls einiges an der Klassenfront zu spüren bekommen. Die Soldaten waren zum großen Teil nicht motiviert, in einem fremden Land die Interessen ihrer Unterdrücker zu vertreten. Es kam zu Morden an den Offizieren, zu massenhaftem Rauschgiftkonsum und Desertionen. Das Verbrennen von Einberufungsbefehlen bei Anti-Kriegs-Demonstrationen wurde zu einem fixen Bestandteil des Protestes. Als Konsequenz schafften die USA die allgemeine Wehrpflicht ab und schufen eine reine Berufsarmee. Wenn Berufssoldaten am Schlachtfeld sterben, so sagt man dazu „Berufsrisiko und die Aufregung der Bevölkerung hält sich in Grenzen. Dadurch können Aggressionskriege leichter vom Zaun gebrochen werden, und das sehen die Herrschenden als ihren Vorteil.

Verpflichtete Soldaten lassen sich auch im allgemeinen schlechter gegen die „eigene Bevölkerung einsetzen als Berufssoldaten. Wiederum ein aktuelles Beispiel: der Putsch gegen den venezolanischen Präsidenten scheiterte zuerst an der Selbstmobilisierung der Massen, in letzter Konsequenz aber daran, dass große Teile der Armee erklärten, loyal zum Präsidenten zu stehen. Sie drohten den Putschisten offen mit Waffengewalt, sollten diese nicht aufgeben. Von Berufssoldaten würde man eine solche „Volksnähe nicht erwarten können.

Aber weil die allgemeine Wehrpflicht unpopulär ist, lässt sich eine Abschaffung derselben politisch relativ leicht durchsetzen. Jeder vernünftige Mensch ist froh, wenn er nicht Befehlen gehorchen muss. Übersehen wird dabei, dass nicht die Armee abgeschafft wird, sondern dass sie im Gegenteil perfektioniert wird. Somit wird sie sowohl für äußere „Feinde (d.h. für die Objekte der Begierde der Imperialisten im Ausland) als auch für die „eigene Bevölkerung bedeutend gefährlicher. Gegen protestierende StudentInnen wurden in den USA in den 60er Jahren Berufssoldaten der Nationalgarde eingesetzt, die mehr als einmal in die Menge schossen.

Parallel zur US-Armee setzten die US-Imperialisten in Vietnam auch auf Söldner. Diese rekrutierten sich aus schwerstkriminellen Südvietnamesen, die man vor die Wahl gestellt hatte: lebenslange Haft oder Militärdienst als bezahlter Söldner. Weitere Söldner kamen aus nordvietnamesischen Deserteurskreisen. Dabei lag der Lohn für die Drecksarbeit vierfach so hoch wie der der regulären südvietnamesischen Truppen. Diese Söldner waren zu allem bereit: Attentate, Entführungen, Sabotage. Für jeden Getöteten oder Gefangenen erhielten sie ein üppiges Kopfgeld.

Greencard-Soldaten

Besonders in Zeiten, da die Armee vermehrt in Kriegen eingesetzt wird, somit der „Job ein gefährlicher Job wird, stossen die Herrschenden auf ein Problem. Die Anzahl der Freiwilligen für das Berufssoldatentum sinkt drastisch ab. In den USA wurden deshalb in letzter Zeit Kampagnen gestartet, die auf bestimmte Bevölkerungsgruppen abzielen, hauptsächlich auf die der Latinos (der spanischsprachigen US-Bevölkerung). Diese Bevölkerungsgruppe ist gemeinsam mit den Afro-Amerika‧nerIn‧nen und den Natives die ärmste in den USA und sie ist gleichzeitig die am raschesten wachsende. Die Armee verspricht den Chancenlosen Ausbildung und Geld fürs College. Bereits im Vietnamkrieg entfielen 19% der Verluste der US-Armee auf Latinos, die zu dieser Zeit lediglich 4,5% der Bevölkerung stellten.

Ein weiterer Versuch, die Reihen der eigenen Truppe aufzustocken, besteht darin, auch nicht-US-Bürger zu rekrutieren. Hier dient das Versprechen der Einbürgerung als Lockmittel und schon der Sold für niedrige Chargen in der US-Armee liegt bedeutend höher als das Durchschnittseinkommen in den Herkunftsländern der Verpflichteten.

Entsprechend werden diese Soldaten „Greencard-Soldaten genannt. Wer dieses begehrte Einreiseticket in die USA besitzt, hat das Recht, für die USA zu sterben, noch ehe er eingebürgert wird: Einer der ersten US-Marines, die im Golfkrieg gefallen sind, war Lance Corporal José Gutiérrez. Der Mann war aber kein US-Staatsbürger, sondern Guatemalteke, einer von über 37.000 so genannten Greencard-Soldaten in der US-Armee. Die Hälfte der bisher im Irak gefallenen US-Soldaten nicht-US-Bürger.

Wie es diesen Freiwilligen bei ihren Einsätzen ergeht, schilderte einer der ersten Deserteure im Irak-Krieg. Er kommandierte als Sergeant 10 Soldaten. „Sie schickten uns nachts auf Patrouille durch unbeleuchtete Straßen, oder im Konvoi, immer wieder auf den selben Routen, trotz der Hinterhalte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir als Köder dienten, um den Feind herauszulocken. Mit dieser Taktik haben übrigens bereits die russischen Truppen in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny gearbeitet. Opfer in den eigenen Reihen sind offenbar kein Problem, solange es „die Kleinen trifft.

„Die Offiziere brauchen Gefechte, um Orden zu bekommen. Manchmal fragen wir uns, ob der wirkliche Feind nicht die Offiziere sind.

Auch die spanische Regierung bietet inzwischen Männern aus „Ländern mit historischen Bindungen zu Spanien (soll heissen „aus unseren ehemaligen Kolonien) an, in die spanische Armee einzutreten. Die Rekruten müssen für drei Jahre unterschreiben, danach können sie die spanische Staatsbürgerschaft beantragen. Vor allem aus lateinamerikanischen Ländern melden sich immer wieder Freiwillige für diesen „Job.

Und auch Russland, wo der Militärdienst angesichts der blutigen Kriege im Kaukasus sehr unpopulär ist, setzt auf Ausländer. Das Verteidigungsministerium plant die Rekrutierung von Ausländern, sofern diese russisch sprechen. Die Soldaten sollen dann nach drei Jahren die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Verteidigungsminister Sergej Ivanov meint, dass die Qualität der Armee durch diese Maßnahme verbessert wird: „Man ist motiviert, besser als die russischen Bürger zu dienen. Denn ein Fehler, und du bist gefeuert.

Frauen in der US-Armee

Junge Frauen treten verstärkt ins Heer ein, weil sie Arbeit, Ausbildung und die Mittel, um sich und ihre Kinder zu versorgen, suchen. Über 59.000 Soldatinnen wurden im Zuge der Kriege in Afghanistan und im Irak nach Übersee verlegt. Die organisierte Gewalt, Brutalität und der Rassismus einer Besatzungsarmee wirken sich auch innerhalb derselben aus. Das Pentagon funktioniert als ein Instrument von Gewalt gegen die Unterdrückten. Es kultiviert eine Kultur von Gewalt, die auf Frauen, Farbige, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans‧gender abzielt.

Im Februar schrieb die Denver Post eine Serie von Artikeln über Frauen in der US-Armee und die steigende Zahl von sexuellen Übergriffen durch ihre Kollegen. Frauen, die angegriffen oder vergewaltigt wurden, erhalten kaum medizinische Behandlung, keine Beratung, es gibt keine effektiven Untersuchungen der Vorfälle und sogar Drohungen, sollten Übergriffe veröffentlicht werden. Der Grad an Gewalt gegenüber Soldatinnen bestätigt den absolut reaktionären Charakter der Militärmaschinerie des Pentagon. Während die Anzahl von Frauen in der US-Armee ansteigt, zeigt sich die Gewalt des Pentagon immer offener.

Die militärische Ausbildung in einer imperialistischen Armee konditioniert Soldaten auf unmenschliches, gewalttätiges Verhalten. Die Ausbildung beinhaltet Demütigungen und das Brechen der Selbstachtung und der menschlichen Solidarität. Diese Ausbildung wirkt sich auf die Beziehungen der SoldatInnen untereinander aus. Im Jahr 2001 gab es Berichte über mehr als 18.000 Fälle von Übergriffen gegenüber Gattinnen von Soldaten, wobei die meisten Fälle von Gewalt in der gemeinsamen Wohnung nicht bekannt werden. Trotzdem, die Rate von Übergriffen ist drei- bis fünfmal höher als in Haushalten von Zivilisten.

In einer patriarchalen Klassengesellschaft hängen Vergewaltigung und Erniedrigung von Frauen mit Macht und Eroberungsgelüsten zusammen, nicht mit Verlangen oder Begierde. Es handelt sich schlicht um Gewalt, nicht um Sex. Die völlig reaktionäre Rolle der US-Armee im Irak vergiftet selbst hochrangige Soldaten. Das wird vom Offizierskorps noch unterstützt. In militärischen Operationen, egal ob in Korea, Vietnam, auf den Philippinen, in Osteuropa oder Lateinamerika, überall sind die US-Basen umringt von Sexclubs und Bars. Es handelt sich um eine richtige Sex-Industrie. Die schrecklichen Bedingungen und die Zerstörungen des Krieges zwingen tausende Frauen und Mädchen dazu, sich zu prostituieren.

Laut der Miles Foundation, einer Organisation, die mißbrauchte Frauen unterstützt, berichteten 30% der Veteraninnen über Vergewaltigungen oder versuchte Vergewaltigungen während ihrer aktiven Dienstzeit. Die Übergriffe, die Erniedrigungen und das Vertuschen sind im Offizierskorps nicht unbekannt. Nahezu 30% der Vietnam-Veteraninnen, die 1990 befragt wurden, sagten, dass sie mit sexueller Anmache konfrontiert gewesen seien, begleitet von Gewaltanwendung oder Androhung von Gewalt. Veteraninnen aus dem Golfkrieg von 1991 berichteten, dass 33% sexueller Belästigung ausgesetzt gewesen seien. Die Gewalt gegen Frauen in der Militärmaschinerie des Pentagon ist endemisch, sie ist kein Unfall oder eine Abweichung von der Norm.

Söldner

Auch Berufsarmeen unterstehen der Kontrolle der bürgerlichen Demokratie. Verteidigungsminister werden angepisst, wenn mal wieder irgendwo ein Massaker verübt wurde oder andere Übergriffe bekannt werden. Nicht, dass sie deshalb Konsequenzen ziehen, wie auch ein österreichischer Innenminister keine Konsequenzen zieht, wenn ein Polizist auf „Aussendienst im Kosovo kriminelle Dinger dreht. Allenfalls holt ihn eine Außenministerin mit Ambitionen auf das Präsidentenamt rasch heim in Sicherheit, denn bei der von den „westlichen Demokratien installierten kosovarischen Justiz weiß man ja nicht…

Aber es werden Fragen gestellt, die Opposition verlangt nach Sondersitzungen, und die Sponsoren und Fädenzieher der diversen Marionetten in den diversen Parlamenten und Kabinetten möchten neben dem „Schutz ihrer „auswärtigen Interessen (das heißt der ungehemmten Aneignung fremder Güter und Arbeitskraft) auch noch an diesem Schutz verdienen. Zumal in Zeiten schwacher Konjunktur.

Aus einem Bericht des US-Finanzmini‧steriums:

„Das US-Verteidigungsministerium (DoD) setzt Vertragspartner (damit sind immer Söldner gemeint, Anm. Info-Verteiler) ein, wenn nur eine bestimmte Anzahl Soldaten in einer bestimmten Region erlaubt ist, und stockt so sein Personal auf. In einigen Ländern oder Regionen wird die Höchstzahl an Soldaten durch Gesetze oder Übereinkommen mit den entsprechenden Ländern oder anderen Alliierten begrenzt. Beispielsweise hat das DoD die US-Truppen im Kosovo auf 15% der NATO-Kräfte im Kosovo beschränkt, während die philippinische Regierung die Anzahl der US-Truppen unlängst auf 660 limitiert hat. Nachdem die Vertragspartner meist nicht unter diese Beschränkungen fallen, hat die Armee Soldaten durch Mitarbeiter von Vertragspartnern ersetzt, die nun die Aufgaben erfüllen, die ursprünglich den Soldaten zugedacht waren. In Bosnien beispielsweise hat die Armee Soldaten bei Eingangskontrollen durch private Sicherheitsdienste ersetzt. Im Kosovo ersetzte die Armee ihre Feuerwehr durch private Feuerwehrmänner, nachdem die Anzahl an Truppen, die sich im Kosovo aufhalten dürfen, heruntergesetzt wurde. Am 2. Oktober 2002 schätzte die Armee, dass die Anzahl der Ver‧trags‧partner am Balkan die der Militärangehörigen um das Doppelte überstieg. Durch den Einsatz von Vertragspartnern maximiert das Militär seine Kampfkräfte in einem Gebiet.

In einigen Fällen hat das DoD nicht genug eigene Kräfte, um alle notwendigen Aufgaben zur Unterstützung der Truppen zu erfüllen. Die Militärdienste haben nicht immer die Leute mit den benötigten Fähigkeiten für eine bestimmte Mission. Mitglieder der Nationalgarde in Bosnien erzählten uns, dass sie Vertragspartner einsetzen, um ihre Apache- und Blackhawk-Hubschrauber zu warten, weil die Garde nicht die Kapazitäten dafür hat. Zusätzlich können unlängst in Feld gebrachte Systeme und immer noch im Erprobungsstadium befindliche Syteme einzigartige technische Anforderungen stellen, für die die Dienste nicht die Zeit hatten, um Trainingskurse abzuhalten. Als beispielsweise die 4. Infanteriedivision der Armee zur Unterstützung des letzten Krieges in den Irak verlegt wurde, wurde ein Drittel der 183 Vertragspartner, die mit dieser Division eingesetzt wurden, dazu verwendet, die hochtechnischen digitalen Kommando- und Kontrollsysteme, die sich noch im Entwicklungsstadium befinden, zu unterstützen. Als die L uftwaffe das unbemannte Luftfahrzeug Predator einsetzte, benötigte sie ebenfalls Unterstützung durch Vertragspartner, weil dieses Flugzeug sich noch im Entwicklungsstadium befindet und die Luftwaffe noch niemand auf dem Datensystem des Predator ausgebildet hat.

Waren es im Krieg gegen den Irak von Bush-Vater 1991 noch ca. 1% der Truppe, die von privaten Firmen gestellt wurde, so tummeln sich heute bereits geschätzte 15.000 bis 20.000 Söldner im Irak, das entspricht etwa 10% der regulären Truppen.

Woher kommen diese „Sicherheitsarbeiter, in wessen Sold stehen sie, und wer macht hier das große Geschäft?

Der „Sicherheitssektor, wie dieser Markt euphemistisch genannt wird, boomt. Weltweit setzt diese Branche etwa 100 Milliarden Dollar jährlich um. Allein das US-Verteidigungsministerium vergab zwischen 1994 und 2001 Aufträge im Wert von 472 Milliarden Dollar an private Sicherheitsunternehmen. Heuer werden die „Sachkosten für „ausgegliederte Bereiche des Pentagons 30 Milliarden Dollar oder 10% des Verteidigungsbudgets betragen (werden die Zahlen vermutlich angesichts der Lage im Irak und in Afghanistan stark nach oben korrigiert werden müssen).

Der Irak und Afghanistan sind nur die bekanntesten derzeitigen Schauplätze privater Kriegsführung. Söldnerfirmen haben aber auf dem ganzen Erdball Konjunktur: im ehemaligen Jugoslawien, in Lateinamerika, Asien, Afrika. In den imperialistischen Ländern treten sie als private Wachdienste auf (wie etwa Group 4). Sie bewachen aber nicht nur Banken und Firmengelände, sondern zunehmend Menschen, sei es in privatisierten Gefängnissen, sei es (wie European Homecare) in extralegalen Gefängnissen (Asylwerber sind auch nach bürgerlichem Maßstab keine „Kriminellen, d.h. nicht verurteilt), auch „Anhaltelager oder „Rückkehrzentren genannt.

Der Markt für private „Sicherheitsdienste expandiert. Bis 2006 will das US-Verteidigungsministerium 237.000 Arbeitsplätze in logistischen Bereichen wie Truppentransport, Wartung, Verpflegung und Beherbergung privatisieren. Die entstehenden Lücken schließen private Unternehmen im „Dienstleistungsbereich, anders ausgedrückt: Soldaten werden durch Söldner ersetzt, der Krieg wird „privatisiert.

Diese Entwicklung ist nachvollziehbar. Denn imperialistische Kriege dienen immer privaten Interessen, nämlich den Interessen der multinationalen Konzerne, der Kapitalisten in den verschiedensten Ländern. Warum also nicht die Kriegsführung selbst ebenfalls diesen Konzernen übertragen? Oder: warum nicht gleich als Konzern im Eigeninteresse mit eigenen Truppen intervenieren?

Der Kriegsmarkt

„Dieser Ort ist eine Goldmine. Alles, was du brauchst, sind fünf Jahre Erfahrung in der Armee und du kannst hier einen guten Packen Geld verdienen (Zitat eines 28jährigen Söldners im Irak).

Die Aufgaben, die Privaten übertragen werden, sind vielfältig. Sie beginnen bei Personenschutz ( Global Risk etwa ist für den Schutz der US-Zivilverwaltung in Bagdad zuständig), gehen über Objektschutz ( Custer Battles bewacht den Flughafen von Bagdad) und War‧tungsaufgaben (auf einem einzigen US-Zerstörer im Golf arbeiten Mitarbeiter aus vier verschiedenen Sicherheitsunternehmen, sie sind für die Wartung von Hubschraubern, Bombern und Marschflugkörpern zuständig) bis zu Kampfeinsätzen (ein Tag in Falludja wird zur Zeit mit mindestens 1.000 Dollar entlohnt).

Die Marktleader

Kellog, Brown & Root: Der Konzern mit dem direkten Draht nach ganz oben

Halliburton ist einer der Großen im Reigen der US-Multis. 1995 bis 1999 war der jetzige Vize-Präsident Dick Cheney, der bereits unter Bush sen. als Verteidigungsminister den ersten Krieg gegen den Irak geleitet hat, Direktor der Firma. In dieser Zeit stieg der Gewinn des Konzerns von 350 Millionen auf 650 Millionen Dollar. Cheneys eigenes Vermögen wird derzeit auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt.

In den USA fördert Halliburton Erdöl, aber das scheint einer der weniger lukrativen Zweige des Unternehmens zu sein. Reich wird Halliburton seit Jahren durch seine Kontakte zur US-Armee, die Firma hat einen 10jährigen Exklusivvertrag für bestimmte Versorgungsleistungen. In Bosnien und im Kosovo wird die US-Armee versorgt (allein dieses Geschäft hat einen Umfang von über 730 Millionen Dollar), und so auch im Irak. Der Konzern kümmert sich um die Wäsche der Soldaten, sorgt für Verpflegung, errichtet Unterkünfte, liefert Treibstoff und so weiter. Dabei wird so kräftig abkassiert, dass immer wieder Vorwürfe bekannt werden, die Preise seien überhöht oder es würden Lieferungen in Rechnung gestellt, die niemals geleistet wurden.

Zusätzliche Geschäfte macht Halliburton über seine Tochterfirma Kellog, Brown & Root (KBR), ein „Sicherheitsunternehmen. Die Firma verdiente am Afghanistan-Krieg durch die Errichtung und Versorgung von neuen Stützpunkten in und um Afghanistan und war an der Errichtung des „Gefangenenlagers in Guantanamo (Cuba) beteiligt. Auch auf den Philippinen ist KBR für ein US-Army-Camp zuständig.

Im Irakkrieg beteiligte sich die Firma zuerst an der Errichtung von Camp Arifjan in Kuwait, einem Basislager für die Kriegsführung gegen den Irak. Insgesamt sind KBR an mindestens 35 Projekten in Afghanistan und dem Irak beteiligt, die ihnen bisher 518 Millionen Dollar eingebracht haben.

Halliburton zeigt die langjährigen Seilschaften in der US-Wirtschaft und Politik gut auf: die Firma finanziert Präsidentenwahlkämpfe, stellt ehemalige Top-Politiker ein und partizipiert an alten Verbindungen. So holte der heutige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Cheney bereits mehrmals in die Politik. Erstmals 1968, dann 1975, als Rumsfeld Pentagon-Chef wurde. Damals machte er Cheney zum Personalchef unter Präsident Ford (übrigens ein Demokrat, aber das scheint Nebensache zu sein).

Dyncorp: „Lösungen für Bedürfnisse der multinationalen Konzerne

Dyncorp ist eine Tochterfirma des „Software-Unternehmens CSC Computer Scien‧ce Corporation. CSC wurde 1959 gegründet und handelt mit „IT-Dienstleistungen für Regierungen und Kunden aus der Industrie. Das Unternehmen hat ca. 90.000 Angestellte und erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von 13,8 Milliarden Dollar. Im April 2004 kündigte CSC an, sämtliche in seinem Besitz befindlichen Sicherheitsunternehmen zu einer neuen Firma, GSS (Global Security Solutions), zu verschmelzen.

DynCorp (deren Hauptbeschäftigung die Entwicklung von High-Tech-Navigationssystemen für die US-Armee ist), arbeitet in- und außerhalb der USA. Das Unternehmen mit Stammsitz in Virginia, USA, existiert bereits seit 1946. Zur Zeit hat es ca. 23.000 Angestellte an 550 Orten, der Jahresumsatz beträgt 2,3 Milliarden Dollar. 98% seiner Verträge hat Dyn ‧Corp mit der US-Regierung abgeschlossen, darunter mit dem FBI und der Drogenbehörde DEA, die den schmutzigen Krieg in Südamerika („war on drugs wird er genannt, es handelt sich aber um Aufstandsbekämpfung und Schutz der Drogenringe. Hauptschauplatz dieses Krieges ist seit Jahren Kolumbien) führt, sowie dem Pentagon. Letzteres überweist nahezu die Hälfte der DynCorp-Einnahmen. DynCorp wie‧der‧um überwies für die letzte Präsidentenwahl 150.000 Dollar an das Bush-Team und war damit einer der größten Sponsoren.

In Kolumbien kämpfen DynCorp-Mitarbeiter gemeinsam mit den kolumbianischen Paramilitärs gegen die FARC- und die ELN-Gue‧ril‧la. In Ecuador hat eine Bauernver‧eini‧gung die Firma inzwischen wegen mehreren Todesfällen verklagt. DynCorp bewacht die US-mexikanische Grenze und baut für das FBI das Computernetzwerk „Trilogy auf, ihre Mitarbeiter bewachen den af‧gha‧ni‧schen Präsidenten von US-Gnaden, Hamid Karzai, bilden die haitianische Polizei aus und leisten im Südsudan logistische Hilfe für die Rebellen.

Beschäftigt sind vor allem ehemalige Militärs. Im Irak erhielt DynCorp den Auftrag zum Aufbau einer neuen irakischen Polizei im Wert von mehreren Millionen Dollar. Immerhin galt die baathistische Polizei als nicht gerade menschenrechtskonform. Die Mitarbeiter von DynCorp allerdings nicht minder: Im Kosovo waren sie als Polizisten eingesetzt. Dort zogen sie als Nebengeschäft einen Prostituiertenhandel auf. Eines der Mädchen war erst 12 Jahre alt. Mehrere Angestellte der Firma wurden beschuldigt, eines der Mädchen vergewaltigt und dies auf Video aufgezeichnet zu haben. Reaktion der Firma: Entlassung einer ehemaligen Angestellten, die diesen Skandal aufgedeckt hatte. Die Frau erhielt inzwischen von einem britischen Arbeitsgericht 160.000 Euro an Abfindung zugesprochen.

Vinell: Ableger der Rüstungsindustrie

Am 2.12.2002 beendete Northrop Grumman seinen Kauf von TRW Inc. Damit ist der Rüstungsmulti nun auch Eigentümer der Vinell Corporation, einer der wichtigsten Söldnerfirmen der Welt. Diese Firma dominiert auch den Markt für das Training von Sicherheitskräften im Nahen Osten. Vinell ist führend in der Vermittlung der US-Standards an ausländische Militärkräfte. Seit mehr als 20 Jahren ist die Firma mit der Ausbildung und Modernisierung der saudi-arabischen Nationalgarde betraut. Daneben werden weitere Kampfgruppen im Nahen Osten trainiert.

Vinell stellt weltweit Anlagen und Ausrüstung für die US-Armee, die US-Luftwaffe und das US-Arbeitsministerium bereit, sie bietet neben ihren militärischen Diensten auch „Job-Coaching an. Ein Tochterunternehmen von Vinell, Logistics & Transportation Services Inc., beschäftigt sich mit dem Transport zu Wasser und zu Luft.

MPRI: Privatarmee ehemaliger Generäle

MPRI (Military Professional Ressources), ein Tochterunternehmen des Konzerns L-3 Communications. L-3 hat seinen Firmensitz in New York und ist nach eigener Darstellung ein führender Händler mit IT, Überwachungs- und Aufklärungssystemen, sicheren Kommunikationssystemen, flugtechnischen Systemen und Produkten für die Schifffahrt, Trainingsanlagen und Ausbildungsservice, Mikro‧wel‧len‧komponenten und Messgeräten sowie Navigationssystemen für Schiff- und Raumfahrt. Zu seinen Kunden zählt L-3 das US-Verteidigungsministerium, das „Department of Homeland Security, US-Geheimdienste und private Kunden.

MPRI hat seinen Firmensitz MacLean, Alexandria (Virginia) in der Nähe des Pentagons, betreibt ein Kampfausbildungszentrum der nigerianischen Armee, trainierte US-Soldaten für den Häuserkampf in Bagdad, bildete die kroatische Armee und die bosnische Armee aus und hat Mitarbeiter in Korea sowie Afghanistan im Einsatz. In Äquatorial-Guinea baute MPRI für den Diktator Teodoro Obiang Nguema Mbasogo eine Küstenwache auf zum Schutz der Interessen des Ölmultis Exxon-Mobil.

Das MPRI-Management besteht hauptsächlich aus ehemaligen Top-Generälen der US-Armee. Deshalb hat die Firma beste Beziehungen zum „Special Operations Command im Pentagon, das für verdeckte Operationen zuständig ist. Nachdem die angolanische Regierung auf US-Druck ihren Vertrag mit der südafrikanischen Söldnerfirma Executive Outcomes kündigte, kam auch dort MPRI zum Zug. Die Firma bildete in Angola Luftlandebrigaden aus.

American Mineral Fields: Mit und gegen Diktatoren, solange die Kasse stimmt

American Mineral Fields (AMF) bezeichnet sich selbst als „eine in London ansässige Bergbaufirma mit den Hauptinteressen in Zentralafrika, vor allem dem Kongo, wo die Firma u.a. Kobalt und Kupfer schürft. Die Firma besitzt mit der Kolwezi-Mine die drittgrößten Kobaltreserven der Welt. AMF unterstützte Laurent Kabila in seinem Krieg gegen den Diktator des Kongo, Mobutu Sese Seko. Auftraggeber waren die multinationalen Konzerne, die sich ihres langjährigen Vasallen entledigen wollten. AMF heuerte u.a. den belgischen Ex-Oberst Willy Mallants als Militärberater an. Dieser hatte bereits eine langjährige Erfahrung im Kongo. Von 1964 bis 1973 hatte er als Polizeioffizier dem Mobutu-Regime gedient. Mobutu wiederum engagierte den belgischen Söldnerführer Christian Tavernier, der ihm öfter als Berater gedient hatte. Tavernier begann 1997 eine „Weiße Legion zu rekrutieren. Angeblich war an dieser Aktion auch der französische Geheimdienst beteiligt. Die französischen Konzerne befürchteten, bei einem Machtwec hsel im Kongo gegenüber der US-Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. Die „Legion Taverniers bestand hauptsächlich aus Serben, die kurz zuvor noch in der Krajina und in Bosnien gekämpft hatten. Hinzu kamen einige Franzosen, Rumänen und Belgier. Ukrainische Piloten flogen die aus serbischen Beständen stammenden Mi-24-Hubschrauber.

Cubic , in San Diego beheimatet, beschäftigt sich mit der Ausbildung der neuen, NATO-kompatiblen Armeen in Rumänien, Litauen, der Slowakei, Ungarn und Tschechien. Beliebt ist diese Firma bei den Militärs auch wegen ihrer „Kampfsimulationszentren. Eines davon befindet sich am Truppenübungsplatz Hohenfels bei Nürnberg.

Cubic Corporation wurde 1951 als Elektronikunternehmen gegründet, heute hat die Firma laut eigener Darstellung zwei Standbeine: Transport und Verteidigung. Cubic Defense Applications (CDA) bietet realitätsnahe Trainingssysteme für militärische Kräfte sowie virtuelle Trainingssysteme, Ausbildung in der Leitung von Schlachten und Simulationen für elektronische Kriegsführung. Weiters entwickelt die Firma Technologien zur Grenzkontrolle und Kontrollsysteme für Flughäfen und öffentliche Räume.

CDA hat mit den US-Streitkräften einen Zehnjahresvertrag über die Ausbildung und Ausrüstung der pazifischen Luftstreitkräfte der USA abgeschlossen, Wert ca. 54 Millionen Dollar. Darunter fallen Trainingssysteme in Japan, Korea und an anderen Orten im Pazifik. Ausgebildet werden US-Soldaten, aber auch alliierte Streitkräfte. Das System, an dem ausgebildet wird, ist transportabel, es handelt sich um computersimulierte Kampfeinsätze: „Das System simuliert Kampfmissionen so realitätsnah wie möglich in einer Anzahl von Szenarien. Damit vermitteln wir unseren Streitkräften die Fertigkeiten, die sie benötigen, um die aktuellen Kämpfe zu überleben, so der zuständige Projektleiter, Keith Shean.

Blackwater Security Consulting , die wegen der vier in Falludja getöteten Mitarbeiter unlängst ins Gerede gekommen sind, schützen u.a. den US-Chef im Irak, Paul Bremer. In Afghanistan bildete die Firma US-Navy-Personal aus für paramilitärische Einsätze.

SI (ehemals „Plaza 107 Ltd.) mit Sitz auf den Bahamas und in London vermittelt Söldner. Ihre bisher bekannteste Operation war der Versuch, neunjährige Unabhängigkeitsbestrebungen in Bougainville, Papua-Neuguinea, niederzuschlagen. Dafür kassierte das Unternehmen 36 Millionen Dollar.

Der Markt für „Sicherheitsfragen explodiert zur Zeit. Dyncorp meldet zweistellige Wachstumsraten beim Umsatz, Blackwater will seinen Umsatz in den letzten drei Jahren gar um 300% gesteigert haben.

Allein in Afrika operieren zur Zeit geschätzte 90 Söldneragenturen, aber auch in Zentralasien und Südosteuropa sind sie allgegenwärtig.

Das Personal

Die meisten, die bei solchen Firmen anheuern, kommen aus dem Militär oder der Polizei, und sie kommen aus den verschiedensten Ländern. Die oberen Ränge bleiben wie in der Armee meist ehemaligen Offizieren vorbehalten. MPRI rühmt sich, mehr Generäle und Admirale „pro Quadratmeter unter Vertrag zu haben als die US-Armee. Auch ehemalige Botschafter fanden hier neue Einkommensmöglichkeiten. Insgesamt, so behauptet MPRI, habe das Unternehmen 11.000 Söldner weltweit abrufbereit.

Viele „Sicherheitsfirmen sind Ableger großer Rüstungskonzerne. Der neue Wirtschaftszweig unterhält sogar eine Lobbyisten-Gruppe, die International Peace Operations As‧so‧ci‧ation ). In den oberen Rängen dieser Firmen finden sich Leute wie der ehemalige Stabschef der US-Armee, General Carl Vuono (MPRI), ehemals Vorgesetzter und enger Freund des früheren Generals und Aussenministers Colin Powell. Bei Tag24 arbeiten fast ausschließlich Ex-Militärs und Ex-Geheimdienstleute, wie der „group coordinator in London, John Case, der eine zwölfjährige Geheimdienstkarriere hinter sich hat. Doug Brooks ist Chef der „International Peace Operations As‧so‧cia‧ti‧on. Er möchte, dass den privaten Firmen erlaubt wird, die „friedenserhaltenden Operationen überhaupt in Eigenregie zu übernehmen.

Blackwater hat 122 ehemalige Soldaten des Pinochet-Regimes unter Vertrag genommen, sie „schützen mit ihren Kollegen von Custer Battles den Flughafen von Bagdad. Nach dem Ende der Pinochet-Diktatur waren die 122 Soldaten aus dem aktiven Dienst entfernt worden. Laut Blackwater-Präsident Gary Jackson bietet die Besetzung des Irak ein „phantastisches Geschäft, die chilenischen Söldner sind seiner Meinung nach „sehr professionell und passen gut in unser System, womit das „System dieser Firmen treffend charakterisiert sein dürfte.

Armorgroup , ein britisches „Sicherheitsunternehmen, hat 500 nepalesische Gurkhas unter Vertrag, die für die Bewachung von Managern der US-Firmen Bechtel zuständig sind. In südafrikanischen Firmen wiederum fanden die Handlanger des Apartheid-Systems Unterschlupf. Die bekannteste dieser Firmen, Executive Outcomes, die bis zu 2.000 Söldner unter Vertrag hatte, wurde zwar 1999 offiziell aufgelöst, Nachfolger fanden sich aber rasch. Etwa die südafrikanische Firma Mete‧oric Tactical Solutions , die im Joint Venture mit Erinys 1.500 Söldner im Irak stationiert hat. Weitere Söldner wurden in der Ukraine, in Israel und sogar auf den Fidschi-Inseln angeworben.

Söldner verdienen rund dreimal so viel wie reguläre Soldaten, bis zu mehreren hunderttausend Dollar jährlich. Vor allem Angehörige von Sonderkommandos wie der britischen SAS oder der US-Delta Forces zieht es in die Privatwirtschaft. Die US-Armee fürchtet inzwischen, dass sie die meisten ihrer „guten (d.h. teuer ausgebildeten) Soldaten an die Privatunternehmen verlieren könnte.

Die Arbeit

Söldner unterstehen keiner Militärgerichtsbarkeit, empfangen keine Befehle von Soldaten, sondern verhalten sich eher wie deren Vorgesetzte. Sie machen die Länder, in denen sie eingesetzt werden, zu völlig gesetzlosen Regionen.

Im Jugoslawienkrieg sah das 1995 so aus: Um den Vormarsch der serbischen Truppen in Bosnien und ihre Aktivitäten in den mehrheitlich serbisch besiedelten Teilen Kroatiens (vor allem der Krajina) zu stoppen, unterstützte die US-Regierung kroatische und bosnisch-muslimische Truppen. Dazu musste allerdings das von der UNO verhängte Waffenembargo umgangen werden. Den Job erledigte MPRI als privates Unternehmen. Die Firma machte die kroatische Armee „fit für eine Offensive gegen die Serben, die unter dem Namen „Operation Sturm (Oluja) stattfand. Kroatische Verbände rückten in die Krajina ein und verübten eine der größten „ethnischen Säuberungen im jugoslawischen Krieg. Tausende Häuser wurden verwüstet, 150.000 bis 200.000 serbische ZivilistInnen vertrieben und hunderte ermordet. Der kroatische Befehlshaber der Operation wird nun wegen Kriegsverbrechen vom Haager Tribunal gesucht. Er fordert von der US-Regierung die Freigabe von Dokumenten über die Unterstützung der USA bei der Operation Sturm. Weite re Einsätze in Bosnien, Mazedonien, Nigeria, Saudi-Arabien, Kolumbien und allen zwölf ex-sowjetischen Republiken machten MPRI, das erst 1985 gegründet wurde, zum wichtigsten „zivilen Partner des Pentagon.

Mitarbeiter der Firma Pilgrims haben im Irak mehrere Iraker erschossen, ohne jemals dafür belangt worden zu sein. Ihr Chef, Richard Galustian, sagte dazu lediglich: „Es ist der Irak, man ist niemandem Rechenschaft schuldig. Executive Outcomes operierten in den 90er Jahren in Angola, sie „schützten dort die Interessen der Ölmultis. Ob diese Einsätze mit den jeweiligen nationalen Gesetzen in Einklang stehen, ist dabei zweitrangig. Für die Südafrikaner könnte es allerdings Konsequenzen geben, denn Staatsbürgern dieses Landes ist, wie auch in Österreich, die Teilnahme an Kriegen als Söldner verboten. Auch das chilenische Verteidigungsministerium prüft inzwischen, ob „seine Söldner belangt werden können.

In der Nähe der irakischen Stadt Samarra wurde Ende 2003 ein Geldtransport angegriffen. Die Söldner schossen wild um sich und töteten acht Zivilisten, darunter auch Frauen. Die US-Armee erfand daraufhin die Geschichte von einem lang andauernden Feuergefecht zwischen Armee und Guerilla, bei dem 58 der Angreifer erschossen worden seien. Journalisten konnten aber im örtlichen Krankenhaus nur die acht erschossenen Zivilisten ausmachen.

Söldner bauen im Irak ohne rechtliche Grundlage Straßensperren auf, kontrollieren Ausweise, nehmen Verhaftungen vor und machen von der Schusswaffe Gebrauch. „Das ist eine sehr delikate Sache, sagt ein hochrangiger Besatzungsbeamter. „Welche Regeln für sie gelten? Sind sie Zivilisten oder Soldaten? Ich weiß nicht, was sie sind und wer sie sind, und ich versuche, sie zu meiden, so ein US-Soldat.

Obwohl sie keine Uniform anhaben, tragen manche „Sicherheitsleute auf ihren kugelsicheren Westen ein persönliches Erkennungszeichen, zusammen mit ihren Gewehren und Pistolen. Andere weigern sich sogar in Hotels sich auszuweisen, wenn sie, ihre Waffen zu Füßen, am Swimming-Pool Bier trinken. In mehreren Hotels haben sich Gäste und Personal darüber beschwert, dass „Sicherheitsleute Trinkgelage abhielten und ein Hotelmanager war gezwungen, Söldner in seinem Hotel anzuweisen, sie sollten beim Verlassen des Gebäudes ihre Waffen in einem Beutel tragen. Seine Forderung wurde jedoch ignoriert.

Privatkrieger weltweit

Der Irak ist derzeit wohl der Ort, an dem sich die meisten Söldner herumtreiben, manchmal werden sie auch international bekannt. Fast täglich erfahren wir, dass die sogenannten „Geiseln, die vom irakischen Widerstand Festgenommenen, alles andere als „unbeteiligte Zivilisten sind. Die meisten dürften irreguläre Kämpfer, eben Söldner, sein.

Aber der Irak ist nur die Spitze des Eisbergs. Die „Sicherheitsunternehmen haben ihre „Mitarbeiter weltweit im Einsatz.

Im Jahr 2001 identifizierte die Firma Aviation Development Corp. aus Alabama, die im Auftrag der CIA in Peru arbeitete, ein Kleinflugzeug als Jet eines regionalen Drogenrings. Daraufhin schoss Perus Luftwaffe die Maschine ab. In dem Flugzeug starben eine US-Missionarin und ihre sieben Monate alte Tochter. Als das US-Repräsentantenhaus den Fall untersuchen wollte, stieß es auf eine Mauer des Schweigens. Das Militär ist zwar dem Parlament gegenüber zur Auskunft verpflichtet, nicht aber Privatfirmen.

Söldner ohne Uniform

Neben Südafrika und den USA hat Israel weltweit die höchste Dichte an Sicherheitspersonal: fast ein Beschäftigter auf hundert israelische BürgerInnen. Hunderte von kleinen und mittelgroßen Firmen bieten ihre Dienste an. Marktführer am israelischen „Sicherheitsmarkt sind Haschmira und Modiin Ezrachi , sie haben jeweils mehrere tausend Beschäftigte. In den 70er Jahren begann die israelische Regierung, zum Schutz der Siedler in den seit 1967 besetzten Gebieten des Westjordanlands und des Gaza-Streifens private Sicherheitsdienste zu finanzieren. Das war eine der zentralen Maßnahmen, denen die Siedlerbewegung ihren Aufschwung verdankt. Initiator war Ariel Sharon, der diese Aktivitäten in den 80er und 90er Jahren mit Ministeriumsgeldern finanzierte.

Fast alle Siedlungen im Westjordanland haben inzwischen ihre Wachdienste. Diese beteiligen sich auch an der Räumung arabischer Häuser, z.B. in Ostjerusalem. An Angriffen auf das Dorf Hares durch israelische Siedler waren ebenfalls private Sicherheitsdienste beteiligt, sie fuhren mit ihren Jeeps mit der Aufschrift „Security vor. Bei einem dieser Angriffe wurden mindestens drei palästinensische Dorfbewohner getötet, die israelische Armee hat nachdrücklich bestritten, für die tödlichen Schüsse verantwortlich zu sein.

Die Leute der Sicherheitsfirmen tragen oft weder Uniform noch ein sonstiges Erkennungszeichen. Dadurch ist es unmöglich, zwischen „Kombattanten und „Nichtkom‧bat‧tan‧ten zu unterscheiden, was letztendlich das Risiko auch für israelische Siedler, in bewaffnete Auseinandersetzungen zu geraten, erheblich vergrößert.

Haschmira-Chef Jigal Schermeister „bedient nach rassischen Kriterien. Auf die Frage, ob seine Firma auch für die Sicherheit palästinensischer Israelis arbeite, antwortet er erstaunt: „Für die Araber? Nein, wir sind doch gegen die Araber.

Vereitelter Putschversuch in Äquatorial-Guinea

Privatfirmen sind an „friedenserhaltenden Einsätzen in Afrika beteiligt. Die USA bezahlen sie für logistische Aufgaben Transport, Benzin etc. gegenüber „Friedenstruppen in Liberia, Sierra Leone und Elfenbeinküste. Theresa Whelan, eine der Verantwortlichen für Afrika im US-Verteidigungsministerium, drückt es so aus: „Der Einsatz von Vertragspartnern in Afrika bedeutet, dass die USA bei der Beseitigung regionaler Krisen unterstützend wirken können, ohne notwendigerweise US-Truppen einsetzen zu müssen. Denn das ist oft eine schwierige politische Entscheidung. Deshalb bilden in Ghana, der Elfenbeinküste und anderswo Privatfirmen die Armeen aus dank und im Interesse der US-Regierung.

Äquatorial-Guinea hat nur ca. 500.000 EinwohnerInnen, war spanische Kolonie und wurde 1968 unabhängig. Mitte der 90er Jahre wurden große Erdölvorkommen vor der Küste der Hauptstadt Bioko entdeckt (die Stadt liegt auf der vorgelagerten Insel Malabo). Damit stieg das Land zum drittgrößten Förderer von Erdöl in Afrika nach Nigeria und Angola auf. Exxon-Mobil ist der wichtigste Ölproduzent in Äquatorial-Guinea, daneben fördern Chevron und andere US-Konzerne Öl. Offensichtlich reichen ihnen ihre Anteile an diesem Geschäft nicht aus, denn immer wieder bemängeln die Multis, dass die Regierung Äquatorial-Guineas unter Präsident Obiang „die Bevölkerung nicht am Ölreichtum beteiligt und sich „Menschenrechtsverletzungen schuldig mache. Die äquatorial-guineische Regierung ist sicherlich eine zutiefst reaktionäre und parasitäre (wie auch die US-Regierung und die österreichische). Ihr „wahrer Fehler dürfte aber in ihrer Geschäftsgebarung liegen. Wir dürfen vermuten, dass die Multis vom Ölkuchen in Äquatorial -Guinea ein größeres Stückchen für sich beanspruchen. Sie haben auch schon einen „geeigneteren Präsidenten parat, den Führer der „Bewegung für Selbstbestimmung, Severo Moto Nsa, der in Spanien lebt. Moto fordert die Loslösung Biokos vom armen Festland, d.h. der Mann möchte tatsächlich Brechts Vorschlag in die Tat umsetzen und sich „ein neues Volk suchen, zumindest das arme äquatorial-guineische per Dekret entlassen. Im Jahr 1997 hat er bereits einmal einen Putschversuch gegen den Präsidenten Teodoro Obiang Nguema unternommen.

Harare, Hauptstadt von Simbabwe, 7. März 2004. Eine Boeing 727 mit der Regis‧trier‧num‧mer N4610 landet am Flughafen der Stadt. Das Flugzeug gehört der britischen Firma „ Logo Logistics mit Sitz auf den Virgin Islands, die es kurz zuvor in den USA erworben hat.

Auf Anfrage vom Tower teilt der Pilot mit, dass sich ausser der dreiköpfigen Crew lediglich vier Frachtbetreuer an Bord befinden. Doch die Lotsen werden misstrauisch und alarmieren die Polizei. Bei einer Durchsuchung des Flugzeugs trifft diese 64 Personen an, 20 Südafrikaner, 18 Namibier, 23 Angolaner, 2 Kongolesen und einen Mann aus Simbabwe. Sie werden verdächtigt, Söldner zu sein und verhaftet. Drei weitere Männer, die sich am Flughafen mit den Verhafteten treffen wollten, werden ebenfalls festgenommen.

Charles Burrows, Mitarbeiter von „Logo Logistics, behauptet, die Männer wären auf dem Weg in die demokratische Republik Kongo gewesen, wo sie als Sicherheitskräfte für Mineralanlagen arbeiten sollten. Mit anderen Worten: es handle sich um Söldner, die die Interessen multinationaler Konzerne in Afrika bewaffnet durchsetzen sollten.

Unter den drei Verhafteten am Flughafen von Harare befand sich auch Simon Mann, ein früherer Soldat in der britischen „Special Force. 1985 verließ Mann die SAS und baute gemeinsam mit Tony Buckingham die Söldnertruppe „Executive Outcomes auf. Einer seiner nunmehrigen Mitverschwörer, Simon Witherspoon, kommt ebenfalls aus dieser Truppe. Viele der Mitglieder von „EO kommen aus der südafrikanischen Spezialeinheit „32. Buffalo Battalion und aus dem „Civil Cooperation Bureau, das für den Tod vieler Anti-Apartheid-Aktivisten verantwortlich ist. Nachdem „EO in den 90er Jahren geschlossen wurde, gründete Mann die „Sicherheitsfirma „Logo Logistics. Und er klärte nach Aussagen des simbabwischen Innenministers, Kembo Mohadi, die Geschichte der Söldnertruppe, die Zwischenstation in Harare machte, durch seine Aussagen im Verhör auf.

Die Gruppe hätte in Simbabwe Waffen aufnehmen und danach weiter nach Äquatorial-Guinea fliegen sollen. Dort wartete bereits ein Vorauskommando, das die Vorbereitungen für einen geplanten Putsch leistete. Es stand unter der Leitung von du Toit und sollte die Lage auskundschaften. Dazu hatten die Männer Ende 2003 eine Fischereilizenz und einige größere Fischerboote erworben. Du Toit war in Südafrika während des Apartheid-Regimes Kommandeur einer Spezialeinheit der südafrikanischen Armee und später Mitarbeiter von „Executive Outcomes. Zusammen mit drei äquatorial-guineischen Politikern gründete du Toit im Dezember 2003 die Firma „Triple Option Trading.

Mohadi behauptet, Moto habe persönlich im November 2003 Simon Mann angeheuert, um die Regierung zu stürzen. Er stützte sich dabei auf die Aussagen Manns. Demnach wurden die Söldner vom britischen Geheimdienst MI6 und der CIA sowie dem spanischen Geheimdienst unterstützt. Die Putschpläne seien bereits weit fortgeschritten gewesen. So hätten die westlichen Geheimdienste bereits dafür gesorgt, daß die Chefs der Polizei und der Armee Äquatorial-Guineas mit den Putschisten zusammen arbeiten würden. Dafür seien ihnen Kabinettsposten in der künftigen Regierung versprochen worden.

Simon Mann sollte für seine „Mitarbeit 1,5 Millionen Euro und Ölförderrechte in Äquatorial-Guinea erhalten. Diese Darstellung deckt sich in etwa mit der des britischen „Oberver. Dieser Zeitung zufolge hätte der britische Millionär Ely Calil fünf Millionen Dollar an Mann bezahlt, damit dieser ein Söldnerheer zur Absetzung von Präsident Obiang zusammenstellen könne.

Calil hat mit Ölhandel in Nigeria ein Vermögen gemacht, in Frankreich wird er verdächtigt, in Zusammenhang mit Elf-Aquitaine illegale Zahlungen an den nigerianischen Diktator Sani Abachi geleistet zu haben. Seit den Ölfunden in Äquatorial-Guinea hat Calil Beziehungen zu Moto aufgebaut. Manns Geschäftspartner wiederum bestätigen, dass Calil mit der „Asian Trading and Investment Group SAL verbunden sei. Und diese Firma habe einen Vertrag mit Manns „Logo Logistic abgeschlossen. Inhalt sei die Finanzierung von „Sicherheitsprojekten in Westafrika für Ölförderung, Fischfang, Luftfahrt und Handel, Volumen fünf Millionen Dollar. Auch so kann man einen Putsch umschreiben.

Das Flugzeug, das in Harare aufgebracht wurde, kam ursprünglich von der Hope Air Base in North Carolina, tankte auf der Karibik-Insel Barbados auf und flog dann über Sao Tome weiter nach Südafrika und Simbabwe. Im Sommer 2003 hatte eine Gruppe von Putschisten in Sao Tome, einer Nachbarinsel von Äquatorial-Guinea, die Macht übernommen, war aber nach einigen Tagen wieder gestürzt worden. Laut Mohadi hätten hier von der staatlichen „Zimbabwe Defense Industries AK-47-Gewehre, Mörser und 30.000 Schuss Munition im Wert von insgesamt 180.000 Dollar eingekauft und geladen werden sollen. Anschließend war der Weiterflug nach Äquatorial-Guinea geplant. Dort hätten die beiden Gruppen einander treffen und Präsident Obiang stürzen sollen.

Nach erfolgreichem Putsch war geplant, dass das Flugzeug in die Demokratische Republik Kongo fliegen sollte, um die Waffen und die Munition an die Katanga-Rebellen zu übergeben. Für den Fall des Scheiterns des Plans war eine Flucht nach Sao Tome geplant.

Während die Gruppe, die per Flugzeug unterwegs zu ihrem Einsatzort war, in Harare inhaftiert wurde, nahm die Polizei in Malabo das Vorauskommando fest, insgesamt 15 Männer. Nach Aussage von du Toit bestand ihr Auftrag darin, Präsident Obiang festzunehmen, nach Spanien zu entführen und ins Exil zu zwingen. Danach sollte eine neue Regierung unter Severo Moto eingesetzt werden. Der Plan erinnert fatal an den Putsch in Haiti: der Präsident verläßt „freiwillig das Land, um sich am anderen Ende der Welt in der zentralafrikanischen Republik wieder zu finden.

Die Gruppe der Söldner, die in Harare verhaftet wurden, sitzt nun in Simbabwe im Gefängnis. „Die Beschuldigungen sind eindeutig: sie beinhalten Destabilisierung einer unabhängigen und souveränen Regierung, und sowohl unsere Gesetze als auch die Statuten der Afrikanischen Union verbieten das, sagte Innenminister Mohadi.

Rekrutierung

Immer noch Lust auf privates Kriegführen? So offen, wie die „Sicherheitsunternehmen sich selbst präsentieren, so offen wird inzwischen rekrutiert:

„Die Military Officers Association of America Career Fair ist offen für alle vorübergehenden, ehemaligen, pensionierten Soldaten aller Dienstgrade und deren Gattinnnen. Alle Arbeitssuchenden haben freien Einlass. Gratisseminare beinhalten: ‚Wie man eine Karriere-Messe ausrichtet und ‚Wie man in der Regierung einen Job findet. Über 100 Firmen werden erwartet.

„Techexpo Top Secret ist eine Messe für Jobsuchende, die Militärs und Regierungsbeamte sowie zivile Angestellte mit den führenden Firmen zusammenbringen möchte. Regel‧mässige Teilnehmer sind Lockheed Martin, TRW, Computer Sciences Corporation, US-Geheimdienst, NSA (National Security Agen‧cy), L-3 Communications und viele andere!

„Das Military Affairs Council der Handelskammer von Virginia beehrt sich, ihre halbjährliche Job-Messe für Streitkräfte im Holiday Inn in Hampton, Virginia, anzukündigen. Diese Messe wird bereits seit 16 Jahren abgehalten und das Military Affairs Council wird inzwischen als ‚eine der größten und besten Job-Messen an der Ostküste gepriesen. Die Messe bietet Vorteile für alle, die sich daran beteiligen: Jobsuchende finden die seltene Gelegenheit, mit Humanreserven zusammen zu treffen, die mehr als 130 Firmen aus dem ganzen Land repräsentieren. Firmen erhalten die Möglichkeit, mehr als 1.700 qualifizierte Kandidaten mit großer Erfahrung in militärischen Belangen zu treffen.

„Über 100 Arbeitgeber und mehr als 1000 Jobsuchende treffen einander bei der halbjährlich stattfindenden San Antonio Military Community Job Fair, der größten militärischen Job-Messe im Südwesten. Hier werden vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten: Luftfahrt, Medizin, Büroarbeiten, IT, Technik, Logistik und viele andere.

„Wir empfehlen die Non Commissioned Officers Association Job Fair, weil die Firmen, die daran teilnehmen, vor allem an der Anwerbung von Militärpersonal und Veteranen interessiert sind.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt an Angeboten auf der Website einer Jobvermitt‧lungs‧agen‧tur in den USA, Lucas Group.

Die Vorteile der privaten Kriegsführung

Krieg war immer schon ein gutes Geschäft, für die Rüstungsindustrie, für die Kriegsgewinnler und gelegentlich auch die Kriegsverlierer wie die deutsche Bourgeoisie, die nach 1945 wieder ordentlich fett wurde. Die derzeitige Tendenz weist in die Richtung, bereits den Krieg als solchen der Verwertungslogik zu unterwerfen. Warum nicht daran verdienen, wenn Soldaten, pardon: Mitarbeiter Leute umbringen? Oder wenn sie umgebracht werden? Und dabei noch Synergieeffekte nützen: Für ehemalige Militärs bieten die „Sicherheitsfirmen hervorragende Verdienstmöglichkeiten, für die Firmen entfallen dadurch die Kosten für die Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Die Ausfallshaftung übernimmt auf jeden Fall der Staat, und große Teile des Budgets landen direkt als Extraprofit bei den Konzernen.

Das Argument der diversen „Verteidigungs-ministerien, private Kriegsführung sei billiger als staatliche, stimmt so wenig, wie es in anderen Bereichen stimmt. Offiziell sinken zwar die Personalkosten, und es wird dem Traum vom „schlanken Staat gefrönt. Auf der anderen Seite steigen aber die „Sachkosten, sprich die Bezahlung der Dienste dieser Firmen. Aber für das Budget kommen sowieso immer weniger diejenigen auf, die die Arbeit ausbeuten, und den arbeitenden Massen kann man Steuererhöhungen allemal zumuten.

Im Krieg umgekommene Söldner scheinen in keiner Verluststatistik auf, weshalb alle Zahlen über im Irak und anderswo umgekommene Besatzungssoldaten mit Vorsicht zu genießen sind. Auf der anderen Seite sorgen Aufmacher über „von Banden ermordete US-Zivilisten, wie im Fall der vier Blackwater-Söldner, für mehr Mitleid als im Plastiksack retournierte Soldatenleichen. Suggeriert wird, dass das „jedem passieren könnte. Ausgeblendet wird, dass es sich um Angehörige irregulärer Truppen handelt. Ähnlich bei den Entführungen von „ausländischen Zivilisten im Irak. Es ist offensichtlich, dass die meisten dieser Entführten Söldner sind nicht nur US-Gefangene. Und das Pentagon und die anderen „Verteidigungs-Ministerien können sich vor jeder Verantwortung drücken, auch was die angewandten Methoden bei der „Befriedung diverser Länder betrifft.

Söldnertruppen übernehmen zunehmend die Arbeit des „schmutzigen Krieges, wodurch die auftraggebenden Regierungen eine „weiße Weste behalten: Sandline International lieferte im Auftrag des britischen Außenministeriums Waffen nach Sierra Leone, Dyncorp verseuchte im Auftrag der CIA in Südamerika Coca-Plantagen. Die Liste wird täglich länger.

Quellen